Komplexe Symptome ganzheitlich begleiten – ein neuer Weg für Fachpersonen
Die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Behandlung chronischer Symptome
Immer mehr Fachpersonen erleben, dass rein symptombezogene Herangehensweisen an ihre Grenzen stoßen. Wo Beschwerden komplex, chronisch oder diffus sind, reichen eindimensionale Erklärungsmodelle und standardisierte Behandlungen oft nicht mehr aus.
Nahezu alle chronischen Symptome sind traumaassoziiert und nervensystemisch (vgl. Felitti et al. 1998; Chrousos 2009; Tracey 2002; van der Kolk 2015). Frühkindliche Belastungen, Bindungsverletzungen und chronischer Stress wirken dabei nicht nur psychisch – sie prägen tiefgreifend das Nervensystem, die neurobiologischen Strukturen, die Immunantwort und sogar die Genexpression (vgl. McGowan et al. 2009; Yehuda et al. 2016).
Was oft als „psychosomatisch“ oder „nicht erklärbar“ etikettiert wird, ist in vielen Fällen eine Folge anhaltender Überforderung im System Mensch – insbesondere im autonomen Nervensystem.
Gleichzeitig zeigt sich darin auch die Überforderung eines Gesundheitssystems, das Symptome bekämpft statt Ursachen zu verstehen, das schnelle Lösungen über Beziehung stellt und in dem Emotionen als Störung gelten. Es ist ein System, das sich zunehmend von den biologischen Grundbedürfnissen des Menschen entfernt hat – und von einem Verständnis, das Heilung als ganzheitlichen, selbstwirksamen Prozess begreift.
ANIMAcode versteht sich als Antwort auf diese systemischen Missverständnisse – und als Einladung, Gesundheit neu zu denken.
(Die genannten Studien und Hintergründe findest du am Ende dieser Seite)
ANIMAcode im Überblick:
ANIMAcode ist eine neuro-somatische Methodik zur tiefenregulativen Begleitung von Menschen mit chronischen Symptomen, die Körper, Nervensystem, Emotionen sowie unsere Umweltbezogenheit und Beziehungen gleichermaßen einbezieht.
Es handelt sich um einen traumasensiblen, ganzheitlichen Ansatz, der das Neueste aus Neurobiologie, somatischer Arbeit, Polyvagaltheorie, Faszienforschung und moderner Heilwissenschaft mit uraltem Körperwissen verbindet.
Perspektivwechsel
Viele verbreitete Therapieansätze spiegeln unbewusst die Prägung unserer Gesellschaft wider: Reparieren statt in Beziehung treten, Funktionieren statt Fühlen – oder das andere Extrem: durchfühlen, retraumatisieren, endlos über das Erlebte sprechen. ANIMAcode bietet einen dritten Weg: Regulation erlernen. Dieses Wissen ist im deutschsprachigen Raum – auch in der Fachwelt – bisher noch wenig verbreitet.
ANIMAcode ist ein bewusster Gegenentwurf zur Defizitlogik. Gesundheit und Wohlbefinden sind selbst bei stark erkrankten Menschen jederzeit als Potenzial vorhanden. Unsere Aufgabe als Fachpersonen ist es, Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und Selbstwirksamkeit so zu fördern, dass der Mensch sich selbst besser versteht – und so Veränderung und Heilung von innen heraus ermöglicht werden.
ANIMAcode ist ein integrativer Weg. Es vereint, was sonst oft getrennt behandelt wird: Körperarbeit, Emotionsregulation, Neuroplastizität und ganzheitliche Gesundheitsarbeit wirken hier als ein zusammenhängendes System. Dabei werden auch umweltbezogene Faktoren und ihre Auswirkungen auf das Nervensystem (vgl. McEwen 2000; Pechtel & Pizzagalli 2011; Teicher & Samson 2016) mitgedacht – ebenso wie transgenerationale Einflüsse, die wissenschaftlich gut belegt sind (vgl. Dias & Ressler 2014; Mehta et al. 2013).
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Chronische, diffuse oder wechselnde Symptome
Symptome ohne Auslöser
Traumaassoziierte Beschwerden, die sich durch Gespräche nicht lösen
Emotionale Dissoziation oder Überflutung
Wiederkehrende Beziehungsmuster
Komplexe Psychosomatische Beschwerden
Funktionelle Erschöpfung oder Regulationsstörungen (z. B. CFS, Fibromyalgie, Burnout)
Gefühl von Stagnation trotz verschiedener Therapieerfolge
Entwicklungs- und Bindungstrauma
Eigene Erschöpfungserfahrungen als Behandelnde: Co-Regulation, Übertragung, Grenzen
Ergänzung in Coaching, Therapie, Körperarbeit und Erziehung
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Psychotherapeut*innen, die körperliche Prozesse besser verstehen und integrieren möchten
Coaches, die mit tiefgreifenden Themen konfrontiert sind
Pädagog*innen, die Kinder und Jugendliche sicher begleiten wollen
Heilpraktiker*innen, die körperliche Symptome besser einordnen und regulieren möchten
Ärzt*innen, die einen ganzheitlichen Blick auf chronische Erkrankungen suchen
Körpertherapeut*innen, die körperliche Prozesse mit psychodynamischen und neurologischen Zusammenhängen verbinden wollen
Menschen aus Beratung, Sozialarbeit und Begleitung, die mit komplex belasteten Menschen arbeiten
Alle Menschen, die traumasensibel und nervensytemisch arbeiten wollen
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ANIMAcode ist eine Methodik zur Integration früher Traumatisierungen und zur Entwicklung einer regulierten Erwachsenenpersönlichkeit (REP). Sie basiert auf der Annahme, dass Trauma die Integration körperlicher, emotionaler und neurologischer Prozesse stört und somit der Schlüssel zur Heilung in der Regulation und Integration dieser Prozesse liegt.
Der Ansatz vereint sechs zentrale Integrationsbereiche: somatisch, emotional, biologisch, systemisch, neurologisch und psychodynamisch. Der Mensch wird dabei als lebendiges, in die Integrationsbereiche eingebettetes System verstanden. Sie helfen Fachpersonen, selbst bei komplexen Prozessen den Überblick zu behalten – indem sie Sicherheit, Struktur und Orientierung bieten.
Diese Ebenen wirken zusammen, um durch Sicherheit Integration zu ermöglichen – als Grundlage für Selbstregulation, Selbstkontakt, Urvertrauen, Autonomie, Würde und soziale Bindung.
Sicherheit wird unter anderem durch Psychoedukation, Co-Regulation, Embodiment, Nervensystemregulation, Reparenting, Selbstwirksamkeit, Präsenz und sensorische Impulse hergestellt.
Diese Perspektive entlastet nicht nur Klient*innen – sondern auch Fachpersonen. Denn sie sie dürfen sich selbst als Teil des Prozesses verstehen: mit eigener Regulation, Beziehungskompetenz und präsenter Begleitung.
Kooperation
Ich entwickle ANIMAcode kontinuierlich weiter – in der Praxis, im Dialog mit KlientInnen und zunehmend auch im Kontakt mit Fachpersonen.
Ziel ist es, eine neue Generation von BegleiterInnen zu stärken: traumasensibel, neuro-somatisch und kompetent.
Wenn du dich austauschen möchtest, Fragen hast oder tiefer in den Ansatz eintauchen willst, melde dich gern. Ich bin offen für Kooperationen, Gespräche und Workshopformate.
Besonders freue ich mich über Kontakt mit KollegInnen, die ähnliche Fragen bewegen:
Wie gelingt tiefe Regulation? Wie denken wir Gesundheit neu? Wie begleiten wir nicht nur andere, sondern auch uns selbst? Ich bin offen, auch aus deinem Praxisalltag zu lernen.